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Ein Fotobuch gestalten, zu dem du gern zurückkehrst

Die Software ist selten der schwierige Teil. Die eigentlichen Entscheidungen betreffen die Geschichte des Buchs, die Fotos, die sie tragen, und die Frage, wann eine Seite Raum braucht. Gehe sie so an, dass jede Entscheidung die nächste erleichtert.

Ein aufgeschlagenes Fotobuch mit Fotos auf den Seiten

Text von Chris Franz.

Ein Fotobuch zu gestalten, kann erstaunlich schwierig sein. Die Fotos sind längst da, die Reise oder das Jahr liegt hinter dir. Doch sobald du ein leeres Projekt öffnest, stehen zu viele Entscheidungen gleichzeitig an. Welche Bilder bleiben? Was gehört aufs Cover? Wie viele Seiten brauchst du? Wo passt eine Bildunterschrift hin?

Eine Folge kleiner Entscheidungen hilft mehr als die perfekte Vorlage. Entscheide, wofür das Buch da ist. Sammle das Material, reduziere es und finde eine Reihenfolge. Die Entscheidungen zu Buchform und Gestaltung folgen danach, wenn klar ist, welche Geschichte sie unterstützen sollen.

Der gesamte Ablauf in einer Minute

Benenne die Erinnerung und den Menschen, der zu ihr zurückkehren wird. Sammle die Fotos an einem Ort, bevor du sie beurteilst. Triff eine großzügige erste Auswahl und verdichte sie dann nach dem Gefühl der Geschichte statt nach einer Zielanzahl. Ordne die übrigen Bilder so, dass Anfang, Mitte und Schluss entstehen. Wähle erst danach das Format, plane die Seiten, gestalte die Doppelseiten und prüfe das Buch als Gegenstand, den jemand in der Hand halten wird.

Eine Digitalkamera liegt auf gedruckten Fotos
Gestapelte Fotoalben im nachmittäglichen Fensterlicht

Sieben Entscheidungen für ein bewusst gestaltetes Buch

Triff diese Entscheidungen der Reihe nach. Du darfst jederzeit zurückgehen. Es geht darum, jeder Entscheidung eine klare Aufgabe zu geben.

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    1. Benenne die Erinnerung, bevor du den Editor öffnest

    Schreibe einen Satz auf, der sagt, worum es in diesem Buch wirklich geht. „Unser Urlaub“ ist zu allgemein; „unsere erste gemeinsame Reise“ gibt der Auswahl eine Richtung. Ergänze, für wen das Buch ist und was nach der letzten Seite bleiben soll. Dieser Satz hilft, wenn zwei Fotos gleich schön sind, aber nur eines zu dieser Geschichte gehört.

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    2. Erst sammeln, dann beurteilen

    Führe Fotos von Smartphones, Kameras und aus geteilten Ordnern in einer Arbeitssammlung zusammen. Sichere die Originale und lösche beim Gestalten des Buchs noch nichts aus deiner Mediathek. Bei der ersten Sammlung geht es um Vollständigkeit: weite Szenen, unperfekte Momente dazwischen, Porträts, Details und jedes Bild, das helfen könnte, die Erinnerung verständlich zu machen.

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    3. Wähle nach Bedeutung statt nach Perfektion aus

    Wähle im ersten Durchgang Fotos, die die Erinnerung sofort tragen. Entferne danach fast gleiche Bilder und Aufnahmen, die dieselbe Bildidee wiederholen. Behalte auch stillere Motive: Hände, den Tisch nach dem Abendessen oder die Straße zwischen zwei Orten. Sie verändern das Tempo und verhindern, dass das Buch nur zur Galerie der schärfsten Bilder wird.

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    4. Bringe die gewählten Bilder in eine nachvollziehbare Reihenfolge

    Lege die gewählten Fotos als kleine Vorschaubilder aus und achte auf den Verlauf. Eine einfache zeitliche Reihenfolge funktioniert für viele Reise- und Familienbücher gut. Geht es um einen Menschen oder Ort, kann eine emotionale Folge stärker sein. Beginne mit einem einladenden Bild, wechsle zwischen weiten Ansichten und nahen Details und lass die letzte Doppelseite wie ein Ankommen wirken statt wie ein abrupter Abbruch.

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    5. Wähle das Buch, das zu den Fotos passt

    Wähle das Format, nachdem du die Auswahl als Ganzes betrachtet hast. Ein quadratisches Buch eignet sich für gemischte Bildausrichtungen. Hochformatfotos brauchen oft Raum nach oben und unten, während Landschaften und Gruppenbilder meist besser in einem Querformat wirken. Art of Sundays bietet quadratische, vertikale und horizontale Formate. Welche verfügbar sind, hängt vom gewählten Cover ab.

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    6. Gestalte Doppelseiten statt einzelner Seiten

    Ein Fotobuch liest man immer über zwei Seiten zugleich. Behandle jede Doppelseite als kleine Szene: Manchmal braucht ein Bild den ganzen Raum, manchmal treten zwei Bilder miteinander in Beziehung. Und manchmal gibt eine ruhige Seite einem späteren Bild mehr Gewicht. Wiederhole wenige Gestaltungsregeln, damit das Buch einen Rhythmus bekommt. Brich dann eine davon bewusst, wenn die Geschichte eine Betonung braucht.

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    7. Prüfe das Buch als Ganzes

    Lies das Buch vor der Bestellung einmal von Anfang bis Ende, ohne unterwegs etwas zu korrigieren. Markiere wiederholte Bilder, unbeabsichtigte Zeitsprünge, schwache Einstiege, überflüssige Bildunterschriften und zu enge Ausschnitte. Prüfe danach ein letztes Mal Schreibweise, Namen, Bildplatzierung und Reihenfolge.

Plane die Seiten, bevor du das Layout verfeinerst

Wer eine Seite nach der anderen gestaltet, hat am Ende oft keinen Platz mehr für den Schluss. Gib der Geschichte zuerst einen groben Plan. Eine feste Seitenzahl brauchst du noch nicht, nur eine Vorstellung der Kapitel. Ankunft und erster Tag können eigene Abschnitte brauchen, ein Tempowechsel oder ein letzter stiller Moment ebenfalls.

Lass die Bildanzahl mit der Stimmung des Materials wechseln. Ein ruhiges Porträt kann eine Doppelseite allein tragen. Eine Folge kleiner Beobachtungen wirkt vielleicht als Raster stärker. Ergänze mit Worten eine Stimme, ein Datum, einen Ort oder ein Detail, das nicht sichtbar ist. Bildunterschriften funktionieren am besten, wenn sie nach dem Menschen klingen, der das Buch gestaltet hat, und nicht nach dem Schild unter einem Ausstellungsbild.

Wenn du unsicher bist, erstelle zwei Varianten und lass sie über Nacht liegen. Die bessere ist oft die, durch die die umliegenden Fotos verständlicher werden, und nicht die, die für sich genommen am eindrucksvollsten aussieht.

Eine ruhige Abschlussprüfung

  • Lies das Buch der Reihe nach, zunächst ohne etwas zu ändern.

    So fallen Lücken, wiederholte Szenen und ein schwacher Schluss leichter auf als bei einer isolierten Prüfung einzelner Seiten.

  • Sieh dir jeden Bildausschnitt und jedes Bild, das an einen Rand stößt, genau an.

    Ein Bildausschnitt sollte bewusst gewählt wirken und nie den Teil des Fotos entfernen, der ihm seine Bedeutung gibt.

  • Lies jeden Titel, Namen, jedes Datum und jede Bildunterschrift laut vor.

    Kurzer Text fällt in einem gedruckten Buch stark auf. Kleine Fehler werden dadurch sichtbarer als am Bildschirm.

  • Prüfe, ob ähnliche Fotos unterschiedliche Aufgaben erfüllen.

    Behalte ein wiederholtes Motiv nur, wenn es eine Veränderung von Ort, Zeit, Abstand oder Gefühl zeigt.

  • Frage dich, ob auch jemand, der nicht dabei war, der Geschichte folgen kann.

    Das Buch sollte genug Zusammenhang bewahren, damit es sich Jahre später ohne Erklärung durch die Person erschließt, die es gestaltet hat.

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Wenn Auswahl und grober Seitenplan stehen, starte ein Projekt bei Art of Sundays. Wähle ein verfügbares Cover und Format, das zu den Fotos passt. Füge zuerst die bearbeitete Auswahl hinzu. Weitere Bilder lassen sich leichter beurteilen, wenn die Hauptfolge bereits auf den Seiten steht.

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Fragen vor dem ersten Schritt

Gestalte das Buch, das du später gern wiederfindest

Jahre später ist Perfektion selten das Entscheidende. Ein gutes Buch bringt die Zusammenhänge zurück: wer dabei war, was sich verändert hat und welche Details in der Fotomediathek untergegangen waren. Lass diesen Fotos genug Raum. Die Bilder, die fehlen, können den nächsten Band beginnen.

Gestapelte Fotoalben im nachmittäglichen Fensterlicht